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Sophos UTM · SG-Hardware · Umstieg auf XGS

Sophos UTM auf XGS umstellen

SG-Hardware und UTM 9 sind am Ende ihres Lebenszyklus. Der Umstieg ist kein Tauschgeschäft, sondern ein Projekt mit Regelwerk, VPN-Gegenstellen und einem Umschaltfenster – planbar, wenn man früh anfängt.

2–3 Stunden
geplantes Umschaltfenster
Regelwerk neu
Substanz übernehmen, Altlast nicht
Rückfallebene
Altgerät bleibt Wochen bereit
Kurz beantwortet

Sophos hat die SG-Hardware und die Software UTM 9 abgekündigt; Nachfolger sind die XGS-Geräte mit Sophos Firewall OS. Ein direkter Weiterbetrieb der alten Konfiguration ist nicht vorgesehen – die Betriebssysteme sind verschieden. Systemhaus Erdmann aus Solingen nimmt die bestehende UTM auf, übernimmt Netze, Dienste und VPN-Gegenstellen als Substanz, baut das Regelwerk auf der XGS neu auf und schaltet in einem vereinbarten Fenster von zwei bis drei Stunden um. Das Altgerät bleibt einige Wochen als Rückfallebene konfiguriert, aber vom Netz getrennt.

Ausgangspunkt

Was abgekündigt ist – und was das praktisch heißt

„End of Life“ heißt nicht, dass ein Gerät stehenbleibt. Es heißt, dass niemand mehr Lücken schließt. Der Unterschied wird erst sichtbar, wenn eine Lücke bekannt wird.

BetrifftStatusWas daraus folgt
SG-Hardwareabgekündigt, kein Nachfolgemodell in der ReiheErsatzteile und Austauschgeräte laufen aus – ein Defekt ist dann kein Servicefall mehr
UTM 9 (Software)Wartung endet, keine neuen FunktionenSicherheitsupdates enden ebenfalls – das ist der eigentliche Grund für einen Termin
Ihr Regelwerknicht 1:1 übertragbaranderes Betriebssystem, andere Logik – Übernahme heißt Neuaufbau auf gleicher Grundlage
Lizenzennicht übertragbar auf XGSneues Abonnement; Restlaufzeiten werden im Angebot berücksichtigt
Versicherung & Prüfungfragt nach Supportstatusein Gerät ohne Sicherheitsupdates wird im Fragebogen regelmäßig zum Problem
Das eigentliche Problem

Niemand weiß mehr, warum Regel 47 existiert

Eine UTM, die zehn Jahre gelaufen ist, trägt zehn Jahre Entscheidungen. Ein Port, der für ein Projekt geöffnet wurde, das es nicht mehr gibt. Eine Ausnahme für einen Dienstleister, der längst gewechselt ist. Eine Weiterleitung auf einen Server, der abgeschaltet wurde – die Regel steht noch.

Genau das ist der Grund, warum wir vom automatischen Import abraten. Er überträgt die Altlast zuverlässig mit und niemand merkt es, weil das Netz danach funktioniert. Funktionieren ist aber nicht dasselbe wie geschlossen sein.

Der zweite unterschätzte Punkt sind die VPN-Gegenstellen. Jede Verbindung zu einem Kunden, Lieferanten oder Maschinenhersteller braucht einen Termin mit dessen IT. Diese Termine sind der Grund, warum Migrationen scheitern – nicht die Firewall.

Was mitkommt

Substanz übernehmen, Altlast liegen lassen

Wird übernommen
Netze und Segmente – Adressbereiche, VLANs, Zonen, so wie sie tatsächlich genutzt werden.
Dienste und Objekte – Server, Drucker, Steuerungen, Gruppen; die Inventur, die es sonst nie gibt.
VPN-Gegenstellen – Standorte und Partner, mit Ansprechpartner und Terminbedarf je Verbindung.
Portweiterleitungen mit Zweck – jede, für die sich noch ein aktiver Grund benennen lässt.
Bleibt zurück
Regeln ohne Zweck – jede Regel wird einzeln begründet oder sie kommt nicht mit.
Freigaben für Abgeschaltetes – Weiterleitungen auf Systeme, die es nicht mehr gibt.
Pauschale Ausnahmen – „ganzes Netz zu ganzem Netz“ wird auf das ersetzt, was gebraucht wird.
Dauer-VPN für Fremdfirmen – wird auf befristeten Zugriff je Anlage umgestellt, siehe ZTNA auf der XGS.

Ergebnis ist in der Regel ein Regelwerk mit deutlich weniger Einträgen als vorher – und mit einer Begründung je Eintrag, die auch in drei Jahren noch lesbar ist.

Fahrplan

Fünf Etappen bis zum Umschalttag

ETAPPE 1
1–2 Tage
Aufnahme

Konfiguration sichten, Regelwerk begründen, VPN-Gegenstellen und Ansprechpartner listen, Modell und Lizenz festlegen. Ergebnis ist ein Angebot mit Terminplan, kein Schätzwert.

ETAPPE 2
1 Woche
Aufbau im Labor

Die XGS wird bei uns fertig konfiguriert: Regelwerk, Zonen, Zertifikate, Weiterleitungen. Sie kommt vorbereitet zu Ihnen, nicht als Rohgerät.

ETAPPE 3
parallel
Abstimmung der Gegenstellen

Termine mit den Partner-IT-Abteilungen für die VPN-Verbindungen. Diese Etappe bestimmt den Gesamttermin, deshalb startet sie früh.

ETAPPE 4
2–3 Stunden
Umschalten

Im vereinbarten Fenster, meist abends oder samstags: Gerät tauschen, Verbindungen prüfen, Dienste durchtesten. Das Altgerät bleibt konfiguriert daneben.

ETAPPE 5
2–4 Wochen
Nachlauf

Feinjustierung im Alltag, Rückfallebene noch verfügbar, dann Abbau des Altgeräts. Danach geht die Firewall in die laufende Betreuung über.

Was schiefgehen kann

Die drei Stellen, an denen es klemmt

Wir nennen sie vorher, weil sie planbar sind, sobald man sie kennt. Unangenehm werden sie nur am Umschalttag.

Erstreaktion unter einer Stunde in der Servicezeit Mo–Do 8–17 Uhr, Fr 8–16 Uhr – am Umschalttag sind wir ohnehin vor Ort oder in Bereitschaft.

Die Gegenstelle antwortet nicht
Eine Partner-IT, die keinen Termin gibt, hält das ganze Projekt auf. Deshalb starten wir diese Anfragen als erstes und planen den Umschalttag erst, wenn die Rückmeldungen da sind.
Ein Dienst hängt an einer IP
Fachanwendungen, Maschinensteuerungen und Zeiterfassungen halten manchmal fest an einer Adresse oder einem Zertifikat. Solche Abhängigkeiten finden wir in der Aufnahme, nicht im Fenster.
Das Fenster war zu kurz
Zwei Stunden reichen für den Tausch, nicht für Überraschungen. Wir planen Puffer und eine Rückfallentscheidung mit fester Uhrzeit – lieber nächste Woche erneut als Montagmorgen improvisiert.
Womit Betriebe zu uns kommen

Drei Anlässe, mit denen der Umstieg beginnt

01
„Unser Dienstleister sagt, das Gerät läuft doch noch.“

Läuft es meistens auch. Die Frage ist, wer die nächste bekannt gewordene Lücke schließt – und die Antwort lautet bei einem abgekündigten Gerät: niemand.

02
„Die Versicherung fragt nach dem Supportstatus der Firewall.“

Damit wird aus einer technischen Frage eine kaufmännische. Wir liefern die Bestandsaufnahme in einer Form, die im Fragebogen verwendbar ist.

03
„Beim letzten Ausfall wollten wir Ersatz – es gab keinen.“

Der häufigste Auslöser. Nach diesem Erlebnis geht es nicht mehr um die Frage ob, sondern um ein Fenster, das den Betrieb möglichst wenig stört.

Häufige Fragen

UTM-Umstieg – Fragen & Antworten

Können wir die alte Konfiguration einfach importieren?+
Teilweise – und wir empfehlen es meist nicht. Ein Werkzeug kann Objekte, Netze und einen Teil der Regeln übertragen. Was es mitbringt, sind auch alle Regeln, die seit Jahren niemand mehr braucht. Wir übernehmen deshalb die Substanz (Netze, Dienste, VPN-Gegenstellen) und bauen das Regelwerk auf dieser Grundlage neu – in der Regel mit deutlich weniger Regeln als vorher.
Was passiert mit unseren VPN-Verbindungen und den Zertifikaten?+
Standort-zu-Standort-Verbindungen werden neu aufgebaut und mit der Gegenseite abgestimmt; bei Fremdfirmen als Gegenstelle brauchen wir dafür einen Termin mit deren IT. Client-Zertifikate für Einzelplätze werden neu ausgerollt – das ist der Teil, der die Beschäftigten betrifft und den wir vorher ankündigen, nicht am Umschalttag.
Wie lange ist das Netz beim Umschalten weg?+
Der eigentliche Wechsel dauert Minuten, weil die neue Firewall vorher fertig konfiguriert und getestet ist. Realistisch planen wir ein Fenster von zwei bis drei Stunden ein – für Nachjustierung, DNS, Portweiterleitungen und den Fall, dass ein Dienst anders reagiert als erwartet. Üblich ist ein Abend oder ein Samstagmorgen.
Können wir die alte UTM als Rückfallebene behalten?+
Für die ersten Wochen ja, und wir richten es so ein: das Altgerät bleibt konfiguriert, aber vom Netz getrennt, damit ein Rückschritt binnen Minuten möglich ist. Danach wird es abgebaut – zwei parallel gepflegte Firewalls sind keine Sicherheit, sondern eine doppelte Angriffsfläche.
Lässt sich der Umstieg auf zwei Termine aufteilen?+
Ja, und bei mehreren Standorten ist das der Normalfall: erst der kleinere Standort als Praxistest, dann die Zentrale mit den Erfahrungen daraus. Innerhalb eines Standorts trennen wir dagegen nicht – halb umgestellt ist der Zustand, in dem Fehler am schwersten zu finden sind.
Was kostet die Migration verglichen mit dem Weiterbetrieb?+
Die Migration ist einmalig: Gerät, Lizenz, Projektaufwand. Der Weiterbetrieb einer Firewall ohne Herstellerunterstützung kostet nichts – bis zum ersten Vorfall. Was er wirklich kostet, entscheidet sich außerdem bei der Cyberversicherung und bei Prüfungen, wo ein Gerät ohne Sicherheitsupdates regelmäßig zum Thema wird. Wir rechnen beides vor der Entscheidung durch.
Wir haben eine SG mit Access Points – kommen die mit?+
Das prüfen wir gerätespezifisch. Ältere Access Points der SG-Reihe lassen sich an einer XGS oft weiterbetreiben, verlieren aber teilweise Funktionen. Wir sagen vorher, welche Geräte mitkommen und welche ersetzt werden müssen – und nehmen sie in dasselbe Projekt, statt sie ein halbes Jahr später als Überraschung nachzuschieben.

Bestandsaufnahme kostenlos

Wir sehen uns Ihre UTM an, sagen welches XGS-Modell passt, welche VPN-Gegenstellen Termine brauchen und wie lang das Umschaltfenster realistisch ist. Ergebnis ist ein Terminplan, kein Schätzwert.

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