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Mittwoch, 15 März 2017 12:50

Blockchain – die digitale Bank der Zukunft

geschrieben von 
Vitalik Buterin ist erst 21 Jahre alt, doch seine Idee könnte die bisherige Finanzwelt schlagartig verändern. Er hat durch die virtuelle Währung „Bitcoin“ erkannt, dass Zahlungen auch ohne Mittelsmänner möglich sein können. Bei Zahlungsvorgängen mit dieser Methode müssen keine Informationen wie Kartennummern, Namen oder Adressen preisgegeben werden. Blockchain verfolgt auf Basis der Bitcoin-Variante den Gedanken, einen weltweiten Austausch von Werten zu ermöglichen – ohne Komplizierte Verifizierungsverfahren oder Gebühren. Das Problem hierbei: Banken und Finanzunternehmen leben sehr gut von diesen Vorgängen.

Wenn Sie heute eine Wohnung kaufen, verdienen statt nur dem Verkäufer auch Notare, Städte und Gemeinden mit. Sie lassen sich den Wertübertrag teuer bezahlen. Digitale Verträge könnten in Zukunft Ihre Aktionen selber ausführen.

Ist Blockchain sicher?

Wir sagen ja, ist es. Blockchain ist im Grunde genommen ein dezentrales Protokoll für Transaktionen, welches jede Veränderung transparent protokolliert. Es ist sogar noch viel viel sicherer als der bisher bekannte Weg, da das Protokoll – also in diesem Fall eine riesige Datenbank, nicht nur auf einem Unternehmen liegt, sondern auf ganz viele Computer verteilt ist. Es gibt niemanden, dem dieses gehört. Keine Behörde, keinem Unternehmen, keiner Person. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Rechte. Der Schutz vor Manipulation ist nur dann in Gefahr, wenn ein Angreifer mehr als 50% des gesamten Netzes innehat. In einem dezentralen System ist eben nur das wahr, was die Mehrheit sagt.

Nicht nur Geld wird transferiert

Blockchain ist nicht nur auf finanzielle Transaktionen eingeschränkt, Sie können auch jegliche andere Art von Informationen übermitteln. Man kann es in etwa mit dem gesprochenen Wort vergleichen, sage ich meinem Büronachbarn beispielsweise „du bist doof“ kann es, einmal ausgesprochen, nicht mehr verändert werden – vor allem dann wenn Zeugen anwesend waren. So ähnlich verhält es sich innerhalb der Blockchain auch, mit einem feinen Unterschied: eine Information kann jederzeit von jedem nachvollzogen werden. Übertragen heißt das quasi, jeder weiß das ich sagte „du bist doof“, auch Personen die gar nicht anwesend waren.

So funktioniert das ganze

Jeder Block wird durch einen „Miner“ (quasi ein Mitarbeiter der die Rechenleistung zur Verfügung stellt) verifiziert und versiegelt. Einmal verifiziert ist die Information für alle Ewigkeiten, unveränderlich und für jeden sichtbar gespeichert. Da die Informationen für jeden im Original verfügbar sind, ist Korruption und Manipulation eher nicht im System vorgesehen.

Mögliche Anwendungsgebiete

  • Smart Contracts (Autokauf auf Raten)
  • Micro Payments (Zeitungsartikel, Apps)
  • Musikindustrie „Bit Block Music“ (dezentraler Musikladen)
  • Wahlsysteme (Wahlen könnten von zuhause durchgeführt werden)
  • Versicherungen (faire Beiträge und Leistungen)
  • Grundbucheinträge (keine unrechtmäßigen Enteignungen)
  • Urkunden etc.

Blockchain hat in der Tat das Potential, eine ähnliche Revolution wie das Internet in den 90er Jahren zu werden. Zu den Anfängen im Internet gab es außer Internetseiten und dem E-Maildienst auch keine Anwendungen. Heute sind unsere Autos, Häuser, Geräte und letztlich auch wir Menschen miteinander vernetzt. Daher ist es schwer zu sagen, in welche Richtung sich Blockchain entwickelt, Potential und viele Anwendungsgebiete sind aber schon heute denkbar.

Gelesen 565 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 15 März 2017 13:13